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Ein Großteil der tödlich verlaufenden Pneumokokken-Infektionen betrifft Kinder unter 5 Jahren. Schätzungen zufolge sterben weltweit über 1 Millionen Kinder jährlich an den Folgen einer Pneumokokken-Lungenentzündung. 10-20% aller erkrankten Kinder sterben sogar trotz rechtzeitiger Antibiotika-Behandlung. Jede zehnte Pneumokokken-Hirnhautentzündung in Deutschland endet für Kinder tödlich, jede vierte mit schweren bleibenden Schäden.
Pneumokokken siedeln im menschlichen Nasen- und Rachenraum. Da das Bakterium sehr widerstandsfähig ist, kann es dort oft sehr lange überdauern, auch ohne Symptome zu verursachen. Sowohl Personen, die nicht selbst erkranken, als auch Personen, die eine Pneumokokken-Infektion durchgemacht haben, können jederzeit Überträger sein. Pneumokokken werden von Mensch zu Mensch durch Niesen, Husten, Sprechen und Speichel übertragen (Tröpfcheninfektion).
Wie oben beschrieben können Pneumokokken lange im menschlichen Nasen- und Rachenraum überdauern, ohne dass es zu einer Erkrankung kommt. Erst wenn das Immunsystem eines Infizierten geschwächt ist, z.B. infolge eine Grippeerkrankung, versagt die individuelle Resistenz und die Erkrankung bricht aus. Daher kann man keine genaue Inkubationszeit angeben. Kinder, Senioren und chronisch Kranke sind besonders gefährdet.
Die Bakterien können eine Vielzahl von Krankheiten verursachen, wie sehr schwere Lungen-Entzündungen, Hirnhaut-Entzündungen (Meningitis), Blutvergiftungen (Sepsis; wenn die Bakterien in die Blutbahn gelangen) sowie Mittelohr-Entzündungen. Bei Kindern unter fünf Jahren sind Pneumokokken nach den Meningokokken die zweithäufigste Ursache für akute bakterielle Hirnhautentzündungen. Die Pneumokokken-Therapie wird zunehmend durch Resistenzen gegen Antibiotika erschwert.
In Deutschland stehen zwei Arten von Pneumokokken-Impfstoffen zur Verfügung. Zum einen ein Polysaccharid-Impfstoff, der erst ab einem Alter von 2 Jahren eingesetzt wird. Dieser Impfstoff schützt gegen 23 verschiedene Typen von Pneumokokken, die etwa für 90 Prozent der Erkrankungen verantwortlich sind. Zum anderen ein Konjugat-Impfstoff, der insbesondere für Kleinkinder bestimmt ist und gegen 7 der bei Kindern häufigsten Typen schützt.
2006 wurde die Pneumokokken-Impfung als Standardimpfung in den Kinderimpfkalender aufgenommen.
Standardimpfung im Kinderimpfkalender für:
Insgesamt sind vier Impfungen notwendig, die parallel mit anderen Impfungen vom Kinder-/Hausarzt durchgeführt werden. Die Impfung wird von der Krankenkasse erstattet.
Ebenso ist die Pneumokokken-Impfung empfohlen:
Als Standardimpfung für:
Als Indikationsimpfung für:
Wiederholungsimpfungen sollten nur bei bestimmten Indikationen erfolgen.
Pneumokokken kommen weltweit vor.
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