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Mehrere Impfstoffe gegen Meningitis auslösende Erreger werden bereits als Standardimpfstoffe für Kinder eingesetzt. So hat z.B. die Hib-Vakzine (Impfstoff gegen Haemophilus influenzae Typ b) zu einem drastischen Rückgang von Hib-Meningitiden in Europa geführt und die MMR-Vakzine sorgte für eine nahezu Ausrottung der mit Mumps einhergehenden Meningitis (einer Virusmeningitis). Ferner ist 2006 von den deutschen Impfexperten - der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut - auch die Impfung gegen Pneumokokken in den Impfkalender aufgenommen worden.
Auch die Impfung gegen Meningokokken C wurde 2006 in den Standardimpfkalender aufgenommen, insbesondere aufgrund der hohen Sterblichkeit und schweren Folgeschäden, die eine Infektion durch diese Bakterien mit sich bringen kann. In den letzten Jahren waren Meningokokken mit großem Abstand für die meisten bakteriellen Meningitis-Erkrankungen in Deutschland verantwortlich. Durch Impfprogramme mit modernen, hochwirksamen und gut verträglichen Impfstoffen gegen Meningokokken C gelang in anderen europäischen Ländern bereits der Durchbruch in der Prävention.
Nachdem zunächst lange Zeit nur Impfstoffe verfügbar waren, die eine zeitlich begrenzte und bei Kleinkindern zudem nur eine sehr begrenzte Immunantwort bewirkten, wurde eine neue Klasse von Impfstoffen entwickelt, die einen Langzeitschutz gegen Meningokokken der Serogruppe C bieten und auch bei Babys bereits eine ausreichende Immunantwort bewirken können. Diese neue Impfstoffklasse, die als Konjugat-Impfstoff bezeichnet wird, hat sich zum Schutz von Kindern und Teenagern bewährt und als sehr wirksam erwiesen.
Mit den in Deutschland zugelassenen Meningokokken C-Impfstoffen können bereits Babys im Alter von 2 Monaten geimpft werden. Säuglinge ab einem Alter von 2 Monaten bis zu 12 Monaten erhalten zwei Impfungen in einem Abstand von mindestens 2 Monaten, eine zusätzliche Auffrischimpfung zu einem späteren Zeitpunkt wird empfohlen. Kinder nach dem vollendeten 12. Lebensmonat, Jugendliche und Erwachsene erhalten eine einmalige Injektion. Die Notwendigkeit für eine Auffrischimpfung in dieser Altersgruppe, wurde bisher nicht erwiesen.
Das erste Land der Welt, in dem ein solcher Konjugat-Impfstoff gegen Meningokokken C eingeführt wurde, war Großbritannien - ein Land mit einer im europäischen Vergleich hohen Rate von Meningokokken-C-Meningitiden, nämlich mehr als 3 gemeldeten Fällen pro 100.000 Einwohner pro Jahr.
1999 wurde in Großbritannien eine große Impfkampagne bei Klein- und Schulkindern gestartet. Seither wurden über 18 Millionen Impfungen mit einem Konjugat-Impfstoff durchgeführt. Im Zuge der Impfkampagne sank in Großbritannien die Zahl der Todesfälle durch Meningokokken C bei Kindern und Jugendlichen unter 20 Jahren von 67 im Jahr 1998 auf 3 im Jahr 2000, was einer Reduktion um 95,5% entspricht.
Inzwischen sind mehrere europäische Länder dem Beispiel Großbritanniens gefolgt und haben Konjugat-Impfstoffe gegen Meningokokken der Gruppe C eingeführt. Irland, Spanien und die Niederlande haben Massenimpfungen gegen Meningokokken C begonnen. Mittlerweile sind die Konjugat-Impfstoffe in ganz Europa erhältlich. Au Pairs, Austauschschülern und -studenten, die sich länger in Ländern aufhalten, in denen Kindern und Jugendlichen routinemäßig eine Meningokokken-C-Impfung empfohlen ist, sollten sich vorher impfen lassen.
Eine Impfung schützt die geimpfte Person nicht nur vor dem Ausbruch einer Meningitis durch Meningokokken C, sondern verhindert auch, dass ein Mensch durch Ansteckung unbemerkter Träger des Erregers wird und diesen an andere weitergibt. Durch eine Impfung werden also über den Individualschutz hinaus auch nicht geimpfte Mitmenschen geschützt. Man spricht im Fachjargon auch von "Herdenimmunität". Dieser Schutz ist umso größer, umso mehr Menschen geimpft sind und damit kein Erregerreservoir mehr bilden. Eine weitgehende Durchimpfung der Bevölkerung gegen die Krankheit ist deshalb ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Erreger.
Aufgrund der Komplexität des Bakteriums sind verschiedene Serogruppen zu unterscheiden, und nicht gegen alle Serogruppen sind Impfstoffe verfügbar. Die überwiegende Mehrzahl der Meningokokken-Infektionen in Europa ist auf Meningokokken der Serogruppen B und C zurückzuführen.
Wie oben beschrieben, stehen in ganz Europa Meningokokken-C-Konjugat-Impfstoffe zur Verfügung. Ein wirksamer Impfstoff gegen Meningokokken B befindet sich noch in der Entwicklung und wird wohl noch einige Jahre auf sich warten lassen. Es gab in Kuba bzw. gibt in Neuseeland Impfprogramme mit Meningokokken B-Impfstoffen, allerdings wirken diese Impfstoffe nur regional gegen die dort vorherrschenden Bakterien.
Außerhalb Europas sind es zum Teil auch Meningokokken anderer Serogruppen, die für eine Mehrzahl von Erkrankungen verantwortlich sind. Für Reisende in die entsprechenden Länder stehen wirksame Reiseimpfstoffe zur Verfügung, dabei sind die aktuellen Impfempfehlungen der WHO und der nationalen Gesundheitsbehörden sowie etwaige nationale Impfvorschriften zu beachten. So besteht beispielsweise für Pilger nach Mekka bei der Einreise nach Saudi-Arabien Impfpflicht mit einem Impfstoff gegen A, C, W135, Y.
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