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Der Erreger kommt weltweit vor, und zwar ausschließlich beim Menschen. Die große Mehrzahl der Infektionen betreffen Kinder unter 6 Jahren. Doch durch die Aufnahme der HIB-Impfung als eine der Standardimpfungen in den Impfkalender für Kinder ist die Anzahl der bakteriellen Hirnhautentzündungen in Folge einer HIB-Infektion im Kleinkindalter stark gesunken.
Übertragen wird das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b durch Husten, Niesen oder feuchte Atemluft (Tröpfcheninfektion). Bei 2 bis 5% der Bevölkerung besiedelt das Bakterium den Nasen- oder Rachenraum, ohne dass Krankheitssymptome auftauchen. Diese gesunden Träger des Bakteriums können ansteckend sein.
Babys und Kleinkinder im Alter von 3 Monaten bis 6 Jahren sind besonders von einer HIB-Infektion und schweren Verlaufsformen einer HIB-Erkrankung bedroht. Den ersten Schutz vor HIB-Erregern liefert zwar die Mutter noch vor der Geburt ihres Kindes durch die Übertragung schützender Antikörper. Doch diesen Schutz über die mütterlichen Leihantikörper verlieren die Säuglinge in der Regel aber wieder bis zum dritten Lebensmonat. In den ersten Lebensjahren haben die Kinder dann Probleme, Antikörper gegen den natürlichen Erreger zu bilden, wobei das Infektions-Risiko mit dem Alter sinkt, da das kindliche Immunsystem reift. Doch erst im Alter von sechs Jahren haben etwa 95 % der Kinder entsprechend schützende Antikörper gegen das HIB-Bakterium natürlich erworben, ohne dabei klinisch zu erkranken. Die Lücke zwischen dem 3. Lebensmonat und dem 6. Lebensjahr kann nur durch die Impfung geschlossen werden.
Wie oben beschrieben, betreffen fast alle HIB-Erkrankungsfälle Kinder unter 6 Jahren. Vor der Verfügbarkeit der Impfung war das HIB-Bakterium Auslöser für nahezu jede zweite bakterielle Hirnhaut-Entzündung (Meningitis) im Kleinkindalter. Durch eine Schleimkapsel macht es der Erreger dem kindlichen Abwehrsystem sehr schwer, ihn zu bekämpfen.
Die HIB-Infektion beginnt meist mit hohem Fieber, nicht selten in Verbindung mit einer Infektion der Atemwege. Dringt das HIB-Bakterium in die Blutbahn ein, kann es die manchmal tödlich verlaufende Meningitis (Hirnhaut-Entzündung) auslösen. Selbst bei frühzeitiger Behandlung durch Antibiotika liegt die Sterberate bei einer Hirnhaut-Entzündung bei 5 bis 10%. Ohne Behandlung steigt die Wahrscheinlichkeit an der Erkrankung zu sterben auf etwa 80%. Auch bei überstandener Meningitis bleiben häufig Hörschäden oder auch neurologische Schäden zurück. Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b war vor Einführung der Impfung häufigster Erreger einer bakteriellen Meningitis bei Kindern unter 5 Jahren (noch vor den Meningokokken) und somit war das Bakterium auch Hauptursache für infektionsbedingte, geistige Behinderungen.
Bei etwas älteren Kindern (ab 2 Jahren) löst der Erreger oft auch eine Kehldeckelentzündung (Epiglottitis) aus. Sie entwickelt sich sehr rasch: Beginnend mit Schluckbeschwerden, Unruhe und hohem Fieber kann die Epiglottitis zu schwerer Atemnot und ohne ärztliche Hilfe innerhalb von Stunden auch zum Tod führen. In der Klinik müssen etwa 50% der Kinder intubiert werden, damit die Atmung gesichert ist. Außerdem kann HIB auch Lungen- oder Gelenk-Entzündungen verursachen.
Seit Juli 1990 ist die Impfung gegen Haemophilus influenzae Typ b für alle Säuglinge nach vollendetem 2. Lebensmonat bis zum vollendeten 5. Lebensjahr entsprechend dem Impfkalender für Kinder und Jugendliche öffentlich empfohlen. Sie wird durch den Haus- oder Kinderarzt verabreicht.
Da Haemophilus influenzae Typ b als Erreger nicht ausrottbar ist, bleibt das vordringliche Ziel, Säuglinge und Kleinkinder durch Fortführen der Impfung vor Erkrankung und ihren schwerwiegenden Folgen zu schützen.
Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b kommt weltweit ausschließlich beim Menschen vor. Seit der Einführung und Anwendung von Impfstoffen ist in vielen Ländern die Zahl der Erkrankungen durch HIB stark zurück gegangen. Auch in Deutschland sind die Erkrankungen nach Einführung der Impfung 1990 deutlich zurückgegangen.
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