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Als die Mutter den vier Jahre alten Marcel mittags vom Kindergarten abholt, wirkt er ein wenig ruhiger als sonst, müde und erledigt. Die Erzieherin aber beruhigt die Mutter mit dem Hinweis, die Kinder hätten heute besonders lange draußen gespielt.
Beim Mittagessen zu Hause hat Marcel keinen Appetit, will nichts essen und schläft fast am Tisch ein. Als die Mutter ihn ins Bett trägt, fällt ihr seine erhöhte Körpertemperatur auf. Ein wenig beginnt sie sich nun doch um Marcel zu sorgen. "Wahrscheinlich hat ihn eine Erkältung erwischt", denkt sie sich und ist deshalb froh, als er gleich einschläft. Eine Stunde später glüht das Kind vor Fieber und wimmert vor sich hin.
Im Laufe des Nachmittags erbricht sich Marcel mehrmals, bekommt Schüttelfrost und ist kaum mehr wach zu bekommen. Der Mutter fällt auf, dass sich das Kind extrem verkrampft, wenn sie es in den Arm nimmt.
Alarmiert fährt die Mutter schließlich mit ihrem Sohn zum Kinderarzt. Neben 40°C Fieber fallen bei der Untersuchung rot-violette Flecken an Rumpf und Beinen des Kindes auf. Mit der Verdachtsdiagnose Meningokokken-Infektion überweist der Arzt Marcel sofort in die nächstgelegene Kinderklinik, wo er noch am selben Abend eingeliefert wird. Sein Zustand verschlechtert sich zunehmend, die Hautblutungen - als solche entpuppen sich die Flecken, wie die Ärzte der Mutter erklären - weiten sich aus und gegen zehn Uhr abends fällt Marcel ins Koma. Laboruntersuchungen bestätigen den Verdacht einer Meningokokken-Infektion. Weitere Untersuchungen ergeben, dass es sich dabei um Meningokokken der Gruppe C handelt, die besonders schwere Krankheitsverläufe hervorrufen. Sie haben bei Marcel zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) und einer schweren Blutvergiftung (Sepsis) geführt.
Der Junge überlebt, doch er muss mehrere Wochen in der Klinik bleiben. Infolge der Blutvergiftung muss Marcel der linke Fuß amputiert werden und bis heute leidet er unter wiederkehrenden Krampfanfällen. Zudem besitzt Marcel heute nur noch 60 Prozent seines Hörvermögens.
Nicht jeder Betroffene hat unter solch schweren Spätschäden wie Marcel zu leiden, aber es überlebt auch nicht jeder eine Meningokokken-C-Erkrankung, denn in bis zu zehn Prozent der Fälle hat sie ein tödliches Ende. Marcels Geschichte ist ein typisches Beispiel dafür, wie schnell und dramatisch diese Krankheit insbesondere bei Kindern unter 3 Jahren verlaufen kann, vor der die Impfung sicheren Schutz bietet.
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