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Meningokokken B sind in Deutschland die häufigsten Erreger von Meningokokken-Infektionen. Da diese mit schweren Krankheitsverläufen einhergehen und bei etwa fünf bis 15 Prozent der Erkrankten zum Tode führen können, versuchen Wissenschaftler seit Jahren, nach den bereits erhältlichen Impfungen gegen Meningokokken C sowie die hierzulande weniger wichtigen Serotypen A, W-135 und Y, auch eine Impfung gegen Meningokokken B zu entwickeln. Dank der Genomforschung und neuer Techniken scheinen sie jetzt vor dem Durchbruch zu stehen.
Die Impfung gegen Meningokokken B konnte aufgrund mehrerer Schwierigkeiten nicht auf dem gleichen Wege produziert werden wie die Impfungen gegen die anderen Serotypen. So ruft die üblicherweise als Antigen verwendete Polysaccharidkapsel - ein Bestandteil des Bakteriums - im Falle der Serogruppe B nur eine schwache oder keine gewünschte Immunreaktion hervor, wie die Ärzte Zeitung unter Berufung auf Prof. Dr. Ulrich Vogel vom Nationalen Referenzzentrum für Meningokokken in Würzburg berichtet.
Darüber hinaus ähnelten Teile der Meningokokken-B-Polysaccharidkapsel körpereigenen Proteinen, so dass - zumindest theoretisch - die Gefahr von Autoimmunreaktionen nach der Impfung bestehe, fügte Vogel bei einem Pharma-Symposium im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Tropenmedizin und internationale Gesundheit in München hinzu. Zudem unterscheiden sich die Polysaccharidkapseln der B-Meningokokken regional erheblich und können sich mit der Zeit stärker wandeln als bei anderen Serotypen. Auch deshalb galt die Entwicklung eines Impfstoffs gegen diesen Serotyp bislang als schwierig.
Mit modernen molekularbiologischen Verfahren haben Wissenschaftler nun gezielt nach Bestandteilen der B-Meningokokken gesucht, die ebenso wie die Polysaccharidkapseln eine Immunantwort auslösen, aber eine geringere Variabilität aufweisen. Nachdem ein derartiger Impfstoff in ersten Pilotstudien mit Säuglingen, Kleinkindern und Erwachsenen vielverspechende Ergebnisse erzielt hat, wird er jetzt in einer großen klinischen Studie getestet.
Nach Informationen der Ärzte Zeitung, November 2009
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